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18. November 2019

7. GenderForum

Das GenderForum war ein voller Erfolg! Zum bereits 7. Mal folgten Interessierte und Akteur*innen aus dem Bereich Chancengerechtigkeit der Einladung des Prorektorats für Akademische Karriere und Chancengerechtigkeit und des Referats Gender & Diversity Management. Prorektor Prof. Ansgar Büschges konnte leider nicht persönlich teilnehmen, begrüßte die Anwesenden jedoch herzlich mit einer Videobotschaft. Darin benannte er u.a. wichtige übergreifende Aspekte und Entwicklungen im Bereich Chancengerechtigkeit, u.a. die „Strategie Chancengerechtigkeit“, die im Februar 2019 verabschiedete „Richtlinie zum Umgang mit Diskriminierung, sexualisierter Gewalt und Mobbing“ und den Aktionsplan Inklusion, der voraussichtlich 2020 in Kraft treten wird. Außerdem dankte er seiner Vorgängerin Prof.‘in Dr. Manuela Günter für ihre geleistete Arbeit und ihr Engagement bei der Neuausrichtung der Universität im Themenfeld Gleichstellung und Diversität hin zur Strategie Chancengerechtigkeit, die diese Themen nun umfasst und noch erweitert.

Annelene Gäckle, zentrale Gleichstellungsbeauftragte, übernahm den Staffelstab und berichtete über aktuelle Entwicklungen im Bereich Gleichstellung. Zu nennen waren hier u.a. die erfolgreiche Bewerbung für das „Professorinnenprogramm III“ und die gute Positionierung im CEWS Hochschulranking nach Gleichstellungsaspekten, aber auch zahlreiche Aktivitäten, die die Uni dieses Jahr um- und fortsetzte, wie das Hissen der Regenbogenflagge, die erstmalige Beteiligung an der CSD-Parade mit einem eigenen Wagen und die Fortführung des Masterstudiengangs „Gender & Queer Studies“, der sich wachsendem Interesse erfreut.

Schließlich wurde Dr.‘ med. Amma Yeboah (Medizinische Fakultät) vorgestellt, die bereits seit dem Sommersemester als GeStiK Gastdozentin an unserer Hochschule lehrt. Sie ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und ihre Lehr- und forschungsschwerpunkte sind Gesundheit und Geschlecht, geschlechtsspezifische Versorgung, Rassismus und psychische Gesundheit, Intersektionalität und Gesundheit, und Traumafolgestörungen.

Den diesjährigen Impulsvortrag hielt René_ Rain Hornstein zum Thema aktuelle Herausforderungen für die Gleichstellung der Geschlechter, die im Zusammenhang mit der Einführung der 3. Geschlechtsoption auf die Hochschulen zukommen. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der spezifischen Perspektive zur trans*emanzipatorischen Hochschulpolitik.

vergrößern: Preisträger*innen 2019

Foto: Andreas Klein

Der zweite Programmteil war wie gewohnt der Verleihung der Jenny Gusyk Gleichstellungspreise vorenthalten, die in diesem Jahr an folgende Personen überreicht wurden:

Prof. Dr. Matthias Heinz, der, stellvertretend für das Exzellenzcluster ECONtribute, den "Innovationspreis" i.H.v. 3.000 € für eine Strukturmaßnahme im Bereich Berufungen entgegen nahm. Das Konzept umfasst eine breit gefächerte und bewusst offen gehaltene Ausschreibung von Professuren, in Verbindung mit einem Pre-Rekrutierungsprogramm, um potentielle Nachwuchswissenschaftlerinnen bereits frühzeitig mit der Uni Köln zu vernetzen. Bereits gewonnene Kandidatinnen fungieren wiederum als Role-Model innerhalb der WiSo-Fakultät. Das Berufungs- und Rekrutierungskonzept hat Vorbildcharakter für andere forschungsstarke Bereiche, in denen Frauen unterrepräsentiert sind, und macht Köln als chancengerechten Wissenschaftsstandort bekannt.

Andreas Dömmecke, Dezernent des Dezernats für Studierendenangelegenheiten, der den Preis "Familienfreundliche Führung“ i.H.v. 1.000 € erhielt. Dömmecke wurde von nahezu allen Kolleg*innen in Dezernat 2 vorgeschlagen, da er Familienfreundlichkeit in ganz besonderer Weise lebt und sich für die Vereinbarkeit von Familie/Pflege und Beruf seiner Mitarbeitenden, auch unabhängig von bestehenden Maßnahmen und manchmal auch über die Arbeitszeit hinaus, einsetzt. Als moderne Führungskraft stehen für ihn die Bedürfnisse seiner Mitarbeitenden im Fokus, für die es gilt, individuelle Lösungen zu finden.

Christiane Jopek & David Michel, die mit ihren beiden herausragenden Arbeiten für den „Nachwuchspreis“ i.H.v. 1.000 € ausgezeichnet wurden. C. Jopek beleuchtet in ihrer Arbeit "Homosexuelle Frauen im „Dritten Reich“, im Spannungsfeld von nationalsozialistischer Frauenideologie, Bevölkerungspolitik und Verfolgung" die Situationen von Frauen mit gleichgeschlechtlichem Begehren in der Zeit des Nationalsozialismus. Die Arbeit weist deutlich auf Forschungslücken zu diesem Thema hin und verschafft der bisher weitgehenden unbeachteten Opfergruppe Aufmerksamkeit und sensibilisiert so die breitere Öffentlichkeit für die Thematik.
D. Michel nimmt mit seiner Arbeit "Kritisch-psychologische und queertheoretische Kritiken an verbreiteten Geschlechtserhebungen" die Erfassung von Geschlecht in psychologischen Studien unter die Lupe. Er reflektiert nicht nur kritisch das psychologisch empirische Forschungshandeln, sondern legt auch konstruktive Vorschläge dar.

Im Anschluss an den offiziellen Programmteil gab es Gelegenheit zum gemeinsamen Austausch, was von den Anwesenden rege genutzt wurde.