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Daten und Fakten

Der aktuelle Gender Datenreport 2022 steht Ihnen hier auch als PDF zur Verfügung.

Geschlechterverteilung an der Universität zu Köln

Gender Datenreport 2022

Der Genderdatenreport der Universität zu Köln zeigt vor allem fakultätsspezifische Daten auf allen Entwicklungsstufen der (wissenschaftlichen) Karriere an der Universität und die genderspezifische Besetzung relevanter Gremien. (Fast alle Zahlen beziehen sich auf das Berichtsjahr 2020.)

Frauen sind an der Universität zu Köln (UzK) auf fast allen Qualifikationsstufen bzw. in allen Statusgruppen im Vergleich zum Landes- und Bundesdurchschnitt überdurschnittlich stark vertreten (vgl. Gender Report 2019, Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW). Im bundesweiten "Hochschulranking nach Gleichstellungsaspekten 2021" (vgl. CEWS, 2021) liegt die UzK im bundesweiten Vergleich mit anderen Universitäten im guten Mittelfeld bezüglich der Repräsentanz von Frauen auf den verschiedenen Qualifikationsstufen.

Bei genauerer Betrachtung zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede sowohl hinsichtlich der Geschlechterverteilung auf den einzelnen Qualifikationsstufen als auch in Hinblick auf die jeweiligen Fakultäten und Fächer.

Studentinnen und Promotionen
Im Jahr 2020 waren 61% der Studierenden an der UzK weiblich (s. Grafik: Studentinnen, Absolventinnen und Promotionen). Dieser Anteil variiert jedoch stark, je nach Fakultät und Fachbereich. Den höchsten Frauenanteil verzeichnete die Humanwissenschaftliche Fakultät mit 82%. An der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät und der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät lag der Anteil mit 45% beziehungsweise 49% am niedrigsten. In der Gruppe der abgeschlossenen Promotionen konnten diese Niveaus nicht gehalten werden. So lag der Frauenanteil an der Humanwissenschaftlichen Fakultät bei 70%. Den niedrigsten Frauenanteil wies hier die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät  mit 32% auf. Insgesamt schlossen in 2020 52% Frauen ihre Promotion erfolgreich ab.

Postdoktorandinnen
Die Gruppe der Postdocs ist von unterschiedlichen Einflüssen geprägt. Bei den Habilitationen betrug der Frauenanteil in 2020 26%. Hier konnte der weibliche Anteil in den letzten Jahren deutlich gesteigert werden (im Jahr 1990 waren es nur 8%). Gleichzeitig sind in dieser Gruppe starke Schwankungen über die letzten Jahre hinweg sichtbar. Diese lassen sich einerseits anhand der geringen Anzahl von Habilitationen erklären (47 in 2020) und andererseits mit der abnehmenden Bedeutung von Habilitationen zugunsten anderer Karrierewege. So lag der Frauenanteil bei den Juniorprofessuren 2020 insgesamt bei 54% und bei den drittmittelfinanzerten Nachwuchsgruppenleitungen bei 33% (s. Grafik: Postdoktorandinnen).

Professorinnen
Der Professorinnenanteil an der UzK betrug 2020 insgesamt 29% (alle Besoldungsgruppen). Bei genauem Hinsehen beruht dies jedoch vor allem auf dem hohen Frauenanteil an Gast- und Vertretungsprofessuren. In der Gruppe der W2/C3-Besoldungen lag der Frauenanteil bei 29% und bei den W3/C4-Besoldungen nur noch bei 25%. Die Besoldungsstufen W2/C3 und W3/C4 zusammen genommen wiesen einen Frauenanteil von 27% auf (s. Grafik: Professorinnen).

Die differenzierte Darstellung der W2/C3 und W3/C4-Besoldungen im Verlauf der letzten zehn Jahre zeigt einen langsamen, aber kontinuierlichen Anstieg in der Gruppe der W3/C4-Besoldungen von 16% auf 25% in 2020. Bei den W2/C3-Besoldungen jedoch eine Stagnation und sogar einen leichten Rückgang der Entwicklung von 28% in 2009, über 32% in 2015 und 29% in 2020.

Die Berufungsquote von Frauen lag fakultätsübergreifend in den Jahren 2018-2020 bei 39% (s. Grafik: Berufungen).

Wissenschaftliches Personal, Personal in Technik und Verwaltung sowie in der Hochschulleitung
Das weitere wissenschaftliche Personal (ohne Professorinnen) weist ein nahezu ausgeglichenes Geschlechterverhältnis auf: 52% der wissenschaftlich Beschäftigten an der UzK sind weiblich. Und auch in der Gruppe Personal in Technik und Verwaltung wird mit einem Frauenanteil von 69% die 50%-Marke deutlich überschritten. Allerdings ist auch hier sichtbar, dass auf den höheren Leitungsebenen in der Verwaltung ((Vize-)Kanzler/in, Dezernats-und Stabsstellenleitungen) der Frauenanteil etwas geringer ist. Er lag im Dezember 2021 bei 46% und auf der Ebene der Abteilungsleitungen bei 42% (s. Grafik: Hochschulleitung).

In den Selbstverwaltungsgremien waren Frauen im Jahr 2019 mit mindestens rund einem Drittel vertreten: auf Rektoratsebene mit 43%, im Senat und im Hochschulrat mit jeweils 50%, bei den Dekan*innen mit 17% und bei den Prodekan*innen mit 48%.

Fazit
Zusammenfassend betrachtet kann die UzK einen hohen Anteil an Frauen auf fast allen Qualifikationsebenen vorweisen, insbesondere bei den Studierenden. Damit steht ihr ein großer Pool von talentierten potentiellen Nachwuchswissenschaftlerinnen zur Verfügung. Die kontinuierliche Steigerung des Professorinnenanteils ist ein besonderer Erfolg, allerdings fiel der Anteil 2020 im Vergleich zum Vorjahr (31%) auf 29% zurück. Und die Zahlen zeigen nach wie vor, dass Frauen je nach Position, Fakultät und Fach unterdurchschnittlich vertreten sind und damit die Gleichstellungsziele nicht erreicht sind. Insbesondere ab der Postdoc-Ebene und in den Leitungspositionen. Somit gilt es weiterhin, den weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und Professorinnen sowie weibliche Führungskräfte in der Verwaltung zu gewinnen.
 

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